1 Grundlagen

 

Alcohol Use Disorders Identification Test - AUDIT: Da Alkoholkonsum ihre Gesundheit beeinträchtigen kann und auch Einfluss auf die Wirkung mancher Medikamente hat, ist es wichtig, dass Sie Auskunft zu ihrem Alkoholkonsum geben.

Dabei ist wissenschaftlich die Unterscheidung zwischen einer seelisch bedingten Störung und einer rein körperlichen Störung wesentlich weniger relevant als dies von Laien angenommen wird. Das Nachdenken über die vorgestellten Extrempositionen kann jedoch unsere Sensibilität für Geschichten - für deren Macht und deren Ohnmacht- verbessern. Lebensjahres mit einem starken Anstieg der Prävalenz in der Pubertät [50] , [51]. Der Maximalscore beträgt Allmähliche Entwicklung ist häufiger als akutes Einsetzen.

Epidemiologie und Ursachen von Potenzstörungen (Erektionsstörungen)

Erektions-/Potenzstörungen kommen in jeder Altersgruppe vor nehmen aber exponentiell ab dem Lebensjahr zu, so dass ca. 30 % der und ca. 50 % der 70jährigen davon betroffen sind.

Lebensjahr eine deutliche Abnahme festgestellt werden [53]. Dennoch sind im höheren Lebensalter Depressionen die häufigste psychische Störung , wobei eine hohe Komorbidität mit körperlichen Erkrankungen und Funktionseinschränkungen besteht [54] , [55] , [56]. Die Suizidrate vollendete Suizide steigt kontinuierlich mit dem Lebensalter an und ist bei Hochbetagten am höchsten.

Generell, aber vor allem im höheren Lebensalter, ist die komplexe Interaktion zwischen genetischer Disposition, frühkindlichen Erfahrungen, somatischen Erkrankungen vor allem vaskulärer Art und psychosozialen Faktoren Armut, Verwitwung, Vereinsamung, gesellschaftlicher Statusverlust für das Entstehen sowie den Verlauf depressiver Störungen von besonderer Relevanz [60] , [61] , [62] , [63].

Depressive Störungen im Alter sind folgenschwer. Sie gehen mit Funktionseinschränkungen [64] , einer reduzierten Lebensqualität [65] , kognitiven Beeinträchtigungen sowie einer erhöhten Suizidalität und nicht-suizidalen Mortalität einher [66] , [67] , [68]. Erkrankungsverläufe körperlicher Erkrankungen werden durch komorbide depressive Störungen deutlich negativ beeinflusst [69]. Der Familienstand und das Vorhandensein bzw.

Fehlen einer vertrauensvollen persönlichen Beziehung sind als Protektiv- bzw. Risikofaktoren bei unipolaren Depressionen gesichert [53] , [70]. Getrennte , geschiedene und verwitwete Personen und solche ohne enge Bezugspersonen erkranken eher. So fanden Jacobi et al. Unter den sozioökonomischen Faktoren korrelieren ein höheres Bildungsniveau und eine sichere berufliche Anstellung mit niedrigeren Depressionsraten [15] , [70].

Darüber hinaus haben Menschen, die in städtischer Umgebung und in Mietwohnungen leben, eine substanziell höhere Depressionsrate als diejenigen, die auf dem Land und in einem Eigenheim wohnen [70]. Die Monatspävalenz affektiver Störungen von Personen, die in Gemeinden mit unter Komorbidität beschreibt das Vorhandensein von mehr als einer spezifischen Störung bei einer Person in einem definierten Zeitraum [72]. Unter "lebenszeitlicher Komorbidität" wird das Auftreten von zwei oder mehr verschiedenen Störungen über die Lebenszeit eines Individuums verstanden.

In nationalen Komorbiditätssurveys [22] , [73] , [74] zeigte sich, dass die meisten über die Lebensspanne zu ermittelnden psychischen Störungen [73]: Für Personen mit multiplen Komorbiditäten werden dabei die stärksten funktionellen Beeinträchtigungen berichtet.

Wittchen [75] und Frances et al. Depressive Störungen weisen eine hohe Komorbidität mit anderen psychischen Störungen auf [77] , [78]. Patienten mit komorbiden Erkrankungen haben ein höheres Chronifizierungsrisiko , eine ungünstigere Prognose und ein erhöhtes Suizidrisiko [79]. Besonders häufig zeigt sich eine Komorbidität mit Angst- und Panikstörungen [80]. Eine Komorbidität von Depression und Angst geht mit höherer Symptomschwere , Chronizität , höherer funktioneller Beeinträchtigung , höherer Suizidrate und einem geringeren Ansprechen auf medikamentöse Therapie einher [82] , [84] , [85] , [86].

Eine weitere häufige und prognostisch ungünstige Komorbidität besteht mit Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigkeit. Ein Drittel aller depressiven Patienten weist, bezogen auf die Lebenszeit, einen Substanzmittelabusus in der Anamnese auf.

Der hohe Anteil an Depressionen bei Suchtkranken ist häufig eine sekundäre Folge der Suchterkrankung [88]. Auch Essstörungen, somatoforme Störungen , Persönlichkeitsstörungen sowie Zwangsstörungen weisen eine hohe Komorbidität mit depressiven Störungen auf. Die Wechselwirkungen zwischen somatischen und psychischen Erkrankungen sind vielfältig und besonders für die Depression gut belegt.

Zum anderen hat aber auch eine depressive Störung erhebliche Auswirkungen auf den körperlichen Allgemeinzustand des Betroffenen. Darüber hinaus zeigen epidemiologische Studien, dass depressive Patienten ein erhöhtes Risiko für verschiedenste somatische Erkrankungen haben [98] , [99] , [] , [].

Eine WHO-Studie zeigte, dass das Risiko, an einer körperlichen Beeinträchtigung zu erkranken, ein Jahr nach einer depressiven Erkrankung um das 1,8-fache erhöht ist, wobei diese Assoziation für sich genommen noch nichts über eine mögliche Kausalität aussagt []. Zu den gehäuft im Rahmen depressiver Episoden auftretenden somatischen Beeinträchtigungen zählen u. Die hohe Prävalenz depressiver Störungen bei Patienten mit somatischen Erkrankungen ist in vielen epidemiologischen Studien nachgewiesen [] , [] , [] , [] , [] , [] , [] und ist mit schwerwiegenden Folgen wie erhöhter Mortalität [] , [] , erhöhter Morbidität [] , höheren direkten und indirekten Kosten [] , [] , [] , [] , einer geringeren Behandlungsadhärenz [] , [] und reduzierter Lebensqualität [] , [] verbunden.

Abgesehen von Erkrankungen wie der sog. Fibromyalgie, des chronischen Müdigkeitssyndrom und der Chemikalienhypersensitivität zeigen insbesondere chronische Darmerkrankungen ca. Studien belegen, dass das relative Risiko, eine kardiovaskuläre Erkrankung zu erleiden oder daran zu versterben, erhöht ist, wenn Patienten erhöhte Depressionswerte aufweisen.

Für Patienten, die nach einem Myokardinfarkt an einer Depression erkranken, liegt die Mortalität deutlich höher als für Infarktpatienten ohne Depression []. Eine Metaanalyse berichtet eine signifikante Abnahme der Rehospitalisierungsrate zumeist aus kardiologischen Gründen [].

Von besonderer Bedeutung sind auch die Zusammenhänge zwischen hirnorganischen Erkrankungen und Depressionen , vor allem im höheren Lebensalter.

Dies gilt analog zu den kardiovaskulären Erkrankungen für zerebrovaskuläre Erkrankungen , wie Schlaganfälle und vaskuläre Demenzen [] , []. Vor allem die Beeinträchtigung subkortikaler Hirnfunktionskreise führt zu Depressionen, besonders häufig zum Beispiel beim Morbus Parkinson [].

Die in diesem Kontext auftretenden Depressionen bieten zum Teil ein eigenes Erscheinungsbild mit ausgeprägte re n exekutiven Funktionsstörungen, vor allem Aufmerksamkeitsdefizite, Verlangsamung und Affektlabilität. Dies hat zu neuen Operationalisierungen wie z. Immer noch nicht vollständig geklärt ist der Zusammenhang zwischen Depression und Alzheimer-Demenz.

Sicher ist, dass speziell Patienten, die im höheren Lebensalter erstmalig an einer Depression erkranken und über kognitive Störungen klagen, mit zunehmender Dauer der Verlaufsbeobachtung eine Demenz erleiden [] , []. Andererseits zeigte vor kurzem eine Metaanalyse, dass Depressionen generell ein doppelt so hohes Risiko für die Entwicklung einer Alzheimer-Demenz mit sich bringen []. Depressive Störungen haben unter den psychischen Störungen eine besonders hohe Bedeutung für die Gesundheitsversorgung.

Nach einer WHO-Studie zählen depressive Störungen zu den wichtigsten Volkskrankheiten und werden in den nächsten Jahren noch deutlich an Bedeutung zunehmen [] , [] , []. Die Zahlen werden dabei aufgrund regionaler epidemiologischer Befunde auf die Weltbevölkerung extrapoliert. Hierbei nahmen unipolare depressive Störungen den dritten Rang ein, was ihre Bedeutung unter allen weltweiten Erkrankungen auf Lebensbeeinträchtigung und vorzeitigen Tod angeht.

Die Symptome einer Depression führen zu einer starken Beeinträchtigung der körperlichen und psychischen Befindlichkeit [54] , [] , [] , [].

Auch die Alltagsaktivitäten sind durch eine Depression deutlich beeinträchtigt. So erleben depressive Patienten bezogen auf die letzten vier Wochen an zehn Tagen leichte und an sieben Tagen starke Beeinträchtigungen in ihrer Lebensführung, während dies bei nicht depressiven Personen nur an 1,5 bzw. Darüber hinaus, gehen depressive Störungen mit einer hohen Mortalität , v.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nehmen sich in Deutschland insgesamt pro Jahr mehr als Die Zahl der Suizide übersteigt damit deutlich die der jährlichen Verkehrstoten, die im Jahr bei 3. Fast alle Patienten mit schweren Depressionen haben zumindest Suizidgedanken. Die Suizidrate bei Depressiven ist dabei etwa Mal höher als in der Durchschnittsbevölkerung []. Insgesamt ist die Anzahl der Suizidversuche ca. Die Suizidrate steigt ab dem Männer versterben mehr als doppelt so oft durch Suizid als Frauen Statistisches Bundesamt, ; vgl.

Depressive Störungen haben darüber hinaus gravierende Auswirkungen auf die sozialen Beziehungen und die Arbeitsfähigkeit der Betroffenen []. In diesem Zusammenhang wurde in den letzten Jahren in Deutschland vermehrt der Begriff und das Syndrom Burnout diskutiert vgl.

Familiäre und Partnerbeziehungen sind häufig in Mitleidenschaft gezogen, wenn ein Familienmitglied an einer Depression erkrankt. Eine Depression eines Elternteils kann zu erheblicher Verunsicherung der Kinder und zu einer möglichen Vernachlässigung der Kinder führen [].

Studien konnten bei Kindern depressiver Mütter eine verlangsamte motorische und geistige Entwicklung, Schulprobleme, Verhaltensauffälligkeiten und verringertes Selbstwertgefühl nachweisen []. Suizide und Suizidrate nach Alter und Geschlecht pro Hohe direkte und indirekten Kosten , die durch Depression verursacht werden, weisen auf die hohe gesellschaftsökonomische Relevanz der Erkrankung hin [].

Depressive Störungen reduzieren die berufliche Leistungsfähigkeit , da neben der allgemeinen Antriebsstörung die Konzentration und andere kognitive Funktionen betroffen sind []. Depressive Arbeitnehmer haben mit 6,1 Tagen wesentlich mehr Arbeitsunfähigkeitstage im Monat als nicht depressive Arbeitnehmer mit 1,7 Tagen []. Euro und machten somit fast ein Fünftel aller durch psychische Erkrankungen verursachten Kosten 28,7 Mrd.

Euro aus, davon mehr als die Hälfte 2,9 Mrd. Die direkten Krankheitskosten für depressive Allgemeinarztpatienten liegen ein Drittel über denen von nicht-depressiven Senioren [] , [] , []. Mit dem demographischen Wandel werden depressive Störungen im Alter zu einer zentralen und drängenden Versorgungsherausforderung [].

Auch Untersuchungen auf der Basis von Krankenkassendaten weisen auf die hohe ökonomische Relevanz depressiver Erkrankungen hin [] , [] , []. Zur Messung der indirekten Kosten wird die Kennzahl der durch eine Erkrankung verlorenen Erwerbstätigkeitsjahre berechnet.

Hier gehen die Ausfälle durch Arbeitsunfähigkeit, Invalidität oder vorzeitigen Tod der erwerbstätigen Bevölkerung ein. Im Jahr lagen die verlorenen Erwerbstätigkeitsjahre für alle Erkrankungen bei 4,25 Mio.

Davon verursachen die psychischen Störungen Dabei ist fast ein Drittel auf die Gruppe der Depressionen zurückzuführen. Obwohl der Verlauf der Gesamtkosten durch alle Erkrankungen über die Jahre bis relativ stabil bleibt, ist für die durch depressive Störungen bedingten Kosten, etwas stärker bei den Frauen, ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Auch der Anteil der durch Depression bedingten indirekten Kosten im Vergleich zu allen psychischen Erkrankungen hat sich über die Jahre erhöht.

Frühberentungen aufgrund von eingeschränkter Erwerbsfähigkeit werden am häufigsten durch psychische Erkrankungen bedingt. Auch hier stehen depressive Erkrankungen an erster Stelle der Ursachen.

Während die Gesamtzahl der Frühberentungen in den Jahren bis tendenziell sank, ist beim Anteil der Frühberentungen durch Depressionen ein Anstieg zu verzeichnen []. Trotz eines wachsenden öffentlichen Bewusstseins sind psychische Probleme immer noch mit einem Stigma assoziiert [].

In der Öffentlichkeit ist der Begriff Depression häufig mit der Vorstellung verknüpft, dass erkrankte Personen "unausgeglichen" oder "neurotisch" sind []. Auch Arbeitgeber können gegenüber Menschen mit psychischen Problemen Vorurteile haben und stellen sie offensichtlich seltener ein als Arbeitnehmer mit anderen chronischen Erkrankungen, wie z.

Depressionen umfassen kein homogenes Krankheitsbild. Erklärungshypothesen lassen sich vereinfacht biologischen und psychologischen Modellvorstellungen zuordnen [20] , [] , [] , wobei keiner dieser Ansätze bisher eine überzeugende monokausale Erklärung liefern konnte. Die Heterogenität der Symptome depressiver Störungen macht es auch unwahrscheinlich, dass ein Faktor allein für die Entstehung einer Depression verantwortlich ist.

Daher werden von der Mehrzahl der Experten multifaktorielle Erklärungskonzepte angenommen, die von einer Wechselwirkung aus biologischen und psychosozialen Faktoren ausgehen. Die Bedeutung der verschiedenen Faktoren kann von Patient zu Patient erheblich variieren. Insofern umfasst der Depressionsbegriff ein breites Spektrum psychischer Störungen , das von weitgehend eigengesetzlich verlaufenden oder: Das Auftreten einer affektiven Störung soll nach dem Vulnerabilitäts-Stress-Modell erst im Zusammenspiel mit Auslösefaktoren wie hormoneller Umstellung im Wochenbett oder körperlichen Erkrankungen sowie psychosozialen Faktoren z.

Verluste, Trennungen, berufliche Enttäuschungen, Überforderungen, interpersonelle Konflikte, Beziehungskrisen, mangelnde soziale Unterstützung usw. Nach genetisch epidemiologischen Studien treten depressive Störungen familiär gehäuft auf.

Das Vorliegen einer depressiven Störung bei der Mutter gilt per se als Risikofaktor für die spätere Entwicklung einer depressiven Störung bei dem Kind, wobei unklar bleibt, welchen Anteil die genetische und nichtgenetische Transmission bzw. Es wird davon ausgegangen, dass affektive Störungen durch Alterationen auf verschiedenen Genen mit- verursacht werden und dass sich diese in verschiedenen Familien und bei den jeweils erkrankten Individuen unterschiedlich kombinieren zusammenfassend [80].

Tierexperimentelle Forschungsarbeiten zur Depression legen nahe, dass die Stressreaktion bzw. Stressbewältigung entscheidenden Einfluss auf die an affektiven Störungen beteiligten Neurotransmittersysteme hat. Dabei spielt eine zentrale Rolle, ob die Stressquelle kontrolliert werden kann oder nicht. Sind die Stressoren etwa nach dem Paradigma erlernter Hilflosigkeit unkontrollierbar, überfordert dies bei anhaltender oder wiederholter Stressexposition die zentralnervösen Stressadaptationsmöglichkeiten schneller, als wenn eine Kontrolle wahrgenommen wird; die Folge ist depressionsäquivalentes Verhalten [] , [].

Im Zusammenhang mit Stresserleben wurde in den letzten Jahren in Deutschland häufig die Verbindung von Depression und Burn-out diskutiert. Das Burnout-Syndrom ist wissenschaftlich allerdings nicht als Krankheit kodiert.

Es handelt sich hingegen um eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung aufgrund beruflicher oder anderweitiger Überlastung bei der Lebensbewältigung. Diese wird meist durch Stress ausgelöst, der wegen der verminderten Belastbarkeit nicht bewältigt werden kann. Die Undifferenzierte Somatoforme Störung ist eine Restkategorie für solche dauerhaften somatoformen Erscheinungsbilder, die die Kriterien für eine Somatisierungsstörung oder eine andere Somatoforme Störung nicht vollständig erfüllen.

Zu den möglichen Symptomen zählen die Beispiele, die für die Somatisierungsstörung aufgelistet wurden. Es kann sich um ein einzelnes umschriebenes Symptom handeln wie beispielsweise Übelkeit oder aber, was häufiger der Fall ist, um multiple körperliche Symptome.

Die chronischen, nicht erklärbaren körperlichen Beschwerden führen häufig zur Konsultation von Ärzten, vor allem von Hausärzten. Medizinisch nicht erklärbare Symptome und Sorgen um körperliche Krankheit können eine kulturell geprägte Ausdrucksform von Belastung sein, die eingesetzt wird, um Sorgen um eine Vielzahl persönlicher oder sozialer Probleme auszudrücken, ohne notwendigerweise auf psychopathologische Auffälligkeiten hinzuweisen.

Der Verlauf einzelner nicht erklärbarer körperlicher Beschwerden ist nicht vorhersagbar. Die Verdachtsdiagnose eines medizinischen Krankheitsfaktors oder einer anderen psychischen Störung wird häufig gestellt.

Siehe auch Abschnitt ,,Differentialdiagnose" im Abschnitt Somatisierungsstörung 5. Die Undifferenzierte Somatoforme Störung unterscheidet sich von der Somatisierungsstörung durch die für letztere erforderliche Vielzahl von Symptomen über einen Zeitraum von mehreren Jahren und eines Beginns vor dem Personen mit einer Somatisierungsstörung sind typischerweise inkonsistent in ihren Anamnesebeschreibungen, so dass sie bei einer Untersuchung so viele Symptome beschreiben, dass die Kriterien für die Somatisierungsstörung vollständig erfüllt sind, während sie zu einem anderen Zeitpunkt von weniger Symptomen berichten, so dass die Kriterien nicht mehr erfüllt sind.

Wenn die körperlichen Beschwerden weniger als sechs Monate bestanden haben, sollte die Diagnose einer Nicht Näher Bezeichneten Somatoformen Störung gestellt werden. Eine Undifferenzierte Somatoforme Störung wird nicht diagnostiziert, wenn die Symptome besser durch eine andere psychische Störung erklärt werden können. Andere psychische Störungen, bei denen häufig nicht erklärbare körperliche Symptome auftreten, sind Major Depression, Angststörungen und Anpassungsstörung. Im Gegensatz zu der Undifferenzierten Somatoformen Störung sind die körperlichen Beschwerden bei Vorgetäuschten Störungen oder der Simulation absichtlich erzeugt oder vorgetäuscht.

Eine oder mehrere körperliche Beschwerde n z. Müdigkeit, Appetitlosigkeit, gastrointestinale oder urologische Beschwerden. Nach adäquater Untersuchung können die Symptome von Kriterium B nicht vollständig durch einen bekannten medizinischen Krankheitsfaktor oder durch die direkte Wirkung einer Substanz z. Droge, Medikament erklärt werden. Falls das Symptom mit einem medizinischen Krankheitsfaktor in Verbindung steht, so gehen die körperlichen Beschwerden oder daraus resultierende soziale oder berufliche Beeinträchtigungen über das hinaus, was aufgrund von Anamnese, körperlicher Untersuchung oder Laborbefunden zu erwarten wäre.

Die Symptome verursachen in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen.

Das Störungsbild wird nicht durch eine andere psychische Störung z. Das Symptom wird nicht absichtlich erzeugt oder vorgetäuscht wie bei der Vorgetäuschten Störung oder der Simulation. Eine eingehende körperliche Untersuchung stützt nicht die Diagnose einer körperlichen Erkrankung, welche die körperlichen Zeichen oder Empfindungen oder die unbegründete Interpretation derselben durch den Betroffenen erklären könnte, und die Symptome unter A.

Die Angst oder Überzeugung, an einer Krankheit zu leiden, besteht auch nach der ärztlichen Rückversicherung weiter, dass keine Krankheit besteht. Die Dauer der Störung beträgt mindestens sechs Monate.

Die Annahme unter A. Ein oder mehrere Symptome oder Ausfälle der willkürlichen motorischen oder sensorischen Funktionen, die einen neurologischen oder sonstigen medizinischen Krankheitsfaktor nahe legen. Ein Zusammenhang zwischen psychischen Faktoren und dem Symptom oder Ausfall wird angenommen, da Konflikte oder andere Belastungsfaktoren dem Beginn oder der Exazerbation des Symptoms oder des Ausfalls vorausgehen. Das Symptom oder der Ausfall wird nicht absichtlich erzeugt oder vorgetäuscht wie bei der Vorgetäuschten Störung oder Simulation.

Das Symptom oder der Ausfall kann nach adäquater Untersuchung nicht vollständig durch einen medizinischen Krankheitsfaktor, durch die direkte Wirkung einer Substanz oder als kulturell sanktionierte Verhaltens-oder Erlebensformen erklärt werden.

Das Symptom oder der Ausfall verursacht in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen oder es rechtfertigt eine medizinische Abklärung.

Bestimme den Typus des Symptoms oder Ausfalls: Die Anwesenheit von zwei oder mehr unterscheidbaren Identitäten oder Persönlichkeitszuständen jeweils mit einem eigenen, relativ überdauernden Muster der Wahrnehmung von der Beziehung zur und dem Denken über die Umgebung und das Selbst.

Mindestens zwei dieser Identitäten oder Persönlichkeitszustände übernehmen wiederholt die Kontrolle über das Verhalten der Person. Eine Unfähigkeit, sich an wichtige persönliche Informationen zu erinnern, die zu umfassend ist, um durch gewöhnliche Vergesslichkeit erklärt zu werden. Die Störung geht nicht auf direkte körperliche Wirkung einer Substanz z.

Black-outs oder ungeordnetes Verhalten während einer Alkoholintoxikation oder eines medizinischen Krankheitsfaktors zurück z. Bei Kindern sind die Symptome nicht durch imaginierte Spielkameraden oder andere Phantasiespiele zu erklären.

Somatisierungsstörungen werden häufig von Ärzten unterschiedlicher Fachgruppen oft unterschiedlich benannt. Meist wird die Diagnose einer Somatisierungsstörung nur vom Psychiater gestellt. W egen der Häufigkeit soll hier im Folgenden überwiegend auf die Rückenschmerzen als ein Symptom anhaltender somatoformer Schmerzstörungen berichtet werden.

Die vorherrschende Beschwerde ist ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz, der durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht vollständig erklärt werden kann. Schmerzzustände mit vermutlich psychogenem Ursprung, die im Verlauf depressiver Störungen oder einer Schizophrenie auftreten, sollten hier nicht berücksichtigt werden, oder Die Schmerzstörung ist charakterisiert durch Schmerzen, die im Mittelpunkt der klinischen Aufmerksamkeit stehen.

Zusätzlich wird psychischen Faktoren eine wichtige Rolle bezüglich Beginn, Schweregrad, Exazerbation oder Aufrechterhaltung der Schmerzen beigemessen. Für die akute Rückenschmerzen siehe das entsprechende Kapitel der Homepage. Der Begriff "Psychogener Schmerz" beschreibt die Kausalitätsrichtung: In dem Terminus "Algogenes Schmerzsyndrom" wird die umgekehrte Kausalitätsrichtung betont: Schmerzen führen zu psychischen Syndromen.

Ob als psychisches Syndrom allgemeine Symptome wie depressive Verzweiflung und Hilflosigkeit gemeint sind. Der Terminus Psychosyndrom im psychiatrischen Sinne beschreibt eigentlich eine organisch bedingte Bewusstseinsstörung akutes psychoorganisches Syndrom. Das aber hier wohl nicht gemeint sein kann. In diesem Sinne erscheint der Begriff Algogenes Psychosyndrom wenig glücklich gewählt, wogegen in dem Konzept der somatoformen Schmerzstörung die wechselseitige Verstärkung psychische Belastung begünstigt Schmerz, Schmerz führt zu psychischen Belastungen deskriptiv gefasst ist und nicht in einer Kausalitätsrichtung entschieden werden muss.

Daten von aufeinander folgenden Patienten einer Schmerzambulanz Nickel, Egle et al. Med , 52, Thieme- Verlag. Die Autoren folgern, dass Schmerz ein Symptom depressiver Störungen ist. Nachdrücklich wird darauf hingewiesen, dass es in diesem Kapitel nur um chronische Schmerzen und deren Behandlung nach fachgerechter organischer bzw. Es geht hier auch nicht um "eingebildete" sondern um tatsächlich vorhandene Schmerzen. Schmerzen kann man sich nicht einbilden, man hat sie, oder man hat sie nicht.

Man kann sie aber bisher nicht objektiv messen. Eine der ersten einflussreichen Theorien der Beeinflussung der Schmerzwahrnehmung im zentralen Nervensystem war die gate control Theorie von Melzack und Wall Sie ist als Modell zu einfach und in Teilen widerlegt- aber immer noch zum Verständnis interessant. Schmerzreize werden über Nozizeptoren im peripheren Nervensystem aufgenommen, innerhalb des Rückenmarks auf Neurone des Hinterhorns umgeschaltet und zum Gehirn weitergeleitet.

So hat das Gehirn zum Beispiel durch die vom Hirnstamm zum Rückenmark absteigenden Hemmungssysteme vielfältige Möglichkeiten, die empfangenen sensorischen Informationen zu kontrollieren und zu modulieren. So findet man zum Beispiel in den spinalen Zentren, die Schmerzinformationen aufnehmen und verarbeiten, bei Schmerzreizen und Nervenverletzungen multiple langfristige Veränderungen. So steigt zum Beispiel in Rückenmarksneuronen die Opioidsynthese: Schmerzen lassen sich experimentell auch einfach psychologisch erzeugen.

Den Versuchspersonen wurde erklärt, dass nicht messbarer Strom durch den Kopf geleitet werde. Real erzeugte das Gerät nur ein in 5 Stufen lauter werdendes Geräusch beim Hochschalten. Von 99 Versuchspersonen berichteten 25 Schmerzen, weitere 23 gaben punktuelle Schmerzen an, verneinten aber Schmerzerleben bei nachträglicher Befragung, 3 berichteten andere Empfindungen: Mundtrockenheit, Verspannung im Nacken, pulsierende Empfindung, 7 Schmerz nur im Elektrodenbereich, 7 im erweiterten Elektrodenbereich, 11 sowohl im Elektroden-als auch in anderen Bereichen, 28 nur in anderen Bereichen des Kopfes.

Anxiety in experimentally induced somatoform symptoms, Psychosomatics, 34, , Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potenzieller Gewebsschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird. Trotz des sich in dieser Schmerzdefinition ausdrückenden heutigen Wissensstands über die biopsychosoziale Komplexität des Phänomens Schmerz reduzieren die meisten Patienten und auch noch immer viele Ärzten in ihrem Denken und Handeln den Schmerz auf seine Rolle als Warnsignal "linear-kausales Schmerzverständnis".

Ist eine Gewebsschädigung nicht nachweisbar, kann der Patient keine Schmerzen haben, er muss "sie sich einbilden". Für das Handeln des Arztes beinhaltet dieses Reiz-Reaktions-Konzept die Gefahr, dass - psychische Störungen mit dem Leitsymptom Schmerz eine diagnostische Restkategorie darstellen, die erst als Ultima Ratio in Betracht gezogen wird, - Normvarianten und Zufallsbefunde diagnostisch überbewertet werden, - im Rahmen wiederholt durchgeführter somatischer Ausschlussdiagnostik Patienten iatrogen geschädigt werden - und aufgrund multipler Abklärungen nicht zuletzt erhebliche Kosten entstehen.

Ulrich Tiber; Nickel, Dr. Die Schmerzempfindlichkeit ist bei verschiedenen Menschen höchst unterschiedlich. Es ist allgemein bekannt, dass identische Schmerzreize bei unterschiedlichen Individuen zu unterschiedlichen Schmerzwahrnehmungen führen. Vereinfacht könnten man sagen, manche Menschen sind wenig schmerzempfindlich, manche sind sehr schmerzempfindlich. Eine neue interessant Studie mit 17 Probanden stellt mittels funktioneller Kernspintomographie die Unterschiede in der Schmerzverarbeitung im Gehirn bei Personen mit unterschiedlicher Schmerzempfindlichkeit dar.

Das interessante Ergebnis ist, dass die Angabe der Schmerzempfindlichkeit mit den gemessenen Stoffwechselveränderungen im Gehirn während der Schmerzwahrnehmung gut korreliert. Die Angabe der Schmerzintensität durch die Patienten entsprach also der Aktivierung bestimmter Hirngebiete. Die Studie hat aber noch andere interessante Aspekte.

Die Versuchspersonen sollten den dabei empfundenen Schmerz auf einer Skala von einordnen. Wie die Versuchspersonen ausgewählt wurden, wird in der Studie nicht dargestellt. Dies wäre alleine deshalb interessant, weil die Schmerzhaftigkeit des Temperaturreizes nur von 2 Teilnehmern identisch eingeschätzt wurde. Ansonsten wurden Zwischenschritte eingeschlossen alle Werte von angegeben. Alleine diese Angabe verdeutlicht zunächst noch einmal die bekannte Tatsache, dass Schmerzen nicht parallel zur Ursache gehen.

Der Auslöser der Schmerzen war hier bei allen Studienteilnehmern exakt identisch. Dies ist das eigentlich neue an der Studie. Exakt der selbe Schmerzreiz an der selben Körperstelle mit der identischen Dauer in der identischen Situation dargeboten erzeugt ganz unterschiedliche Schmerzwahrnehmungen von fast keinem Schmerz bis zum maximalen Schmerz. Manche Menschen reagieren auf geringe Auslöser mit heftigen Schmerzen, andere auf gravierende Auslöser mit geringen Schmerzen, diese alt bekannte Tatsache konnte hier wissenschaftlich gut dokumentiert werden.

Die Schmerzempfindlichkeit von Menschen ist nicht nur individuell, sie ist auch von der Tagesform abhängig. Die Studie macht auch deutlich, dass die Unterschiede nicht am Bein sondern im Hirn ihre Erklärung finden. Die Unterschiede im Hirnsstoffwechsel der Versuchspersonen waren bei der vorliegenden Studie in der primären sensiblen Hirnrinde der gegenseitigen Hirnhälfte Hirngebiet in dem die sensiblen Nervenimpulse ankommen , im anterioren Cingulum Teil des limbischen Systems und in der praefrontalen Rinde der Seite, auf der der Schmerzreiz appliziert wurde, nachweisbar.

Das aktivierte Gebiet der praefrontalen Rinde spielt eine wichtige Rolle beim Arbeitsgedächtnis, Emotionen und bei der Aufmerksamkeit. Interessant ist aber vor allem, dass im Thalamus kein Unterschied in der Aktivierung zwischen den verschiedenen Patientengruppen nachweisbar war. Der Thalamus gilt als Tor zum Bewusstsein, hier müssen die Nervenimpulse passieren um zur Hirnrinde zu gelangen.

Im Ergebnis bedeutet dies, dass bei den Versuchpersonen, die nur geringe Schmerzen empfanden genauso viele Nervenimpulse zum Gehirn gesandt wurden, wie bei den Versuchpersonen, die mit starken Schmerzen reagierten. Diese Angaben sind in ihrer Glaubwürdigkeit durch die Studie untermauert. Die Schmerzangaben sagen nichts darüber aus, wie schwer die ursächliche Verletzung ist.

Die Studie beweist noch einmal: Schmerzenempfinden wird wesentlich vom Gehirn beeinflusst. Dass die Zusammenhänge so sind, zeigen nicht nur eine Vielzahl von Studien an Rückenschmerzpatienten. So wurden beispielsweise Patienten in den USA und in Kanada in einer neuen Studie nach der Intensität ihrer Schmerzen anlässlich einer schwer behandelbaren Nasennebenhöhlenentzündung befragt. Die Befragung fand statt, bevor das Computertomogramm der Nebenhöhlen durchgeführt wurde.

Interessanterweise waren aber die US-Amerikaner deutlich schmerzempfindlicher als die Kanadier. Das die Kultur einen wesentlichen Einfluss auf das Schmerzempfinden hat ist lange bekannt.

Subjects, Laryngoscope ; 6: Psychosomatische Beschwerden sind in der Allgemeinbevölkerung sehr häufig, Schmerzen gehören dabei zu den häufigsten Beschwerden. Prozentuale Häufigkeit aktueller Schmerzen in der deutschen Bevölkerung in Abhängigkeit vom Alter und Geschlecht nach. Hogrefe Eine ähnliche Statistik finden Sie im Kapitel Rückenschmerzen aus The epidemiology of chronic pain in the community von: Die Prozentzahlen in den Klammern beziehen sich nur auf die beiden Antwortkategorien "erheblich" und "stark".

Wenn keine neurologischen Ausfallserscheinungen Lähmung, Blasenstörung, usw. Scheinbar immer neue operative Techniken halten oft nicht was sie versprechen. Auch für operative Verfahren gilt, dass nicht jede berichtete Beschwerdebesserung nach der Operation, auch durch die Operation zustande kam. Plazeboeffekte sind bei Operationen eher häufiger als bei medikamentösen Behandlungen. In diesen Fällen ist dann die Dauer des Effektes meist kurz.

Auch operative Verfahren müssen in Studien ihre Wirksamkeit im Vergleich zu anderen Behandlungen nachweisen. Dort wo zu operativen Behandlungen Plazebokontrollierte Studien durchführt wurden- wie z. Parkinson, ergaben sich oft erstaunliche Ergebnisse in den Plazebogruppen mit Scheinoperationen. Der immer lauter werdende Ruf nach mehr Morphium fürs Volk, ist für Tumorpatienten ohne Zweifel gerechtfertigt. Die Anwendung paramedizinischer Heilmethoden floriert überall dort besonders, wo die Medizin, wie bei Rückenschmerzen oft nur lindern und nicht heilen kann.

Das Risiko für den Geldbeutel kann dabei enorm sein, eine weitere Chronifizierung der Schmerzen ist nicht selten die Folge.

Ein Leben ohne Schmerzen - das ist der Traum unzähliger Menschen: Nie mehr die pochende, bohrende, brennende oder stechende Qual erdulden müssen, die für viele von ihnen zum häufigen, oft sogar zum ständigen Begleiter des Alltags gehört.

Kein Wunder also, dass wir den Schmerz zum Feind erklären, den es mit allen nur denkbaren Waffen zu bekämpfen gilt. Und derer gibt es wahrhaftig genug: Ein riesiges, fast unüberschaubares Angebot an Schmerzpräparaten aller Art soll uns helfen, den Gegner in unserem Körper zum Schweigen zu bringen. Oft gelingt das auch - jedenfalls für den Augenblick. Doch in vielen Fällen meldet er sich immer wieder und macht deutlich, dass er sich noch lange nicht geschlagen gibt.

Schmerzen beinhalten eine positive und eine negative Seite. Zum einen haben sie eine wichtige Schutzfunktion für unseren Körper, weil sie auf eine Krankheit oder eine Gesundheitsstörung aufmerksam machen. Zum anderen sind sie unangenehm und führen, vor allem wenn es sich um chronische Schmerzen handelt, zu einer erheblichen Minderung der Lebensqualität. Und doch sind sie immer ein Hinweis, den Sie nicht verdrängen, sondern dem Sie folgen sollten.

Schmerzen müssen nicht zwangsläufig Ausdruck einer schweren oder gar einer lebensbedrohlichen Krankheit sein. Aber Sie sollten den Schmerz als Signal ernst nehmen, ihn nicht einfach gedankenlos mit Tabletten unterdrücken, sondern sich in ärztliche Behandlung begeben. Häufig auftretende Schmerzen weisen darauf hin, dass etwas in Ihrem Organismus aus dem Gleichgewicht geraten ist. Dann ist es an der Zeit, dass Sie einmal innehalten und in Ruhe über Ihr Leben nachdenken - und vor allem darüber, in welchen Bereichen Sie möglicherweise etwas verändern müssen.

So können beispielsweise Partnerschaftsprobleme, Ärger am Arbeitsplatz oder die Neigung, alles zu schwer zu nehmen und zu einem Problem zu machen, Schmerzen erheblich verstärken.

Sie bedingen sich oft wechselseitig und wirken so schmerzunterhaltend oder schmerzverstärkend. Aus Chronifizierung von Rückenschmerzen Arzneimittellkommission der deutschen Ärzteschaft: Die Trennung in psychogenen und organischen Schmerz ist häufig künstlich, da psychische, soziale und somatische Faktoren mit individuell unterschiedlichem Gewicht gemeinsam zur Schmerzentstehung beitragen können.

Insbesondere bei chronischen Schmerzzuständen ist es nur beim kleineren Teil der Fälle sinnvoll, von primär somatisch oder primär psychisch verursachten Schmerzen zu sprechen. Wichtige Hinweise auf einen psychosomatischen Hintergrund von Rückenbeschwerden sind: Wortreich als polytop und extrem bezeichnete Schmerzen, Wirkungslosigkeit sämtlicher Heilmittel und Entlastungstechniken, häufiger Arztwechsel und fehlende objektive Befunde.

Es gilt dann, nach sorgfältigem Ausschluss auch einer extravertebralen somatischen Erkrankung Belastungs, Überforderungs und Konfliktsituationen zu erkennen und mit Einverständnis des Patienten für eine qualifizierte Evaluierung und Therapie zu sorgen.

Eine Operation bei einem psychosomatisch Kranken wäre ebenso verhängnisvoll wie die falsche Klassifikation eines degenerativen Lumbalsyndroms als Konversions- oder Somatisierungsstörung. In den Nachträgen zur Lehre vom Leiden der Welt stellt er fest: Ein Zitat aus Kapitel 5.

Die Frage "Haben Sie heute Rückenschmerzen? Es wurden auch sog. Warnsignale festgelegt, die eine konsequente Abklärung der Ursachen von Rückenschmerzen erfordern. In verschiedenen Ländern existieren Leitlinien zur Untersuchung von akuten Rückenschmerzen. In Deutschland gibt es diese noch nicht in befriedigender Qualität. Solche Leitlinien ordnen u. Auch die subjektive Wahrnehmung und Bewertung ergonomischer und anderer Arbeitsgegebenheiten spielen eine Rolle vgl. Je selbständiger, abwechslungsreicher, anerkannter und belohnender die Arbeit ist, um so geringer ist das Rückenschmerz rückfall risiko.

Auch eine niedrige allgemeine Lebenszufriedenheit steht im Zusammenhang mit häufigeren und stärkeren Rückenschmerzen. Engere systematische Beziehungen lassen sich zwischen psychosozialen Belastungen wie subjektivem Stress, seelischen Gleichgewichtsstörungen, Depressivität, geringer subjektiver Gesundheit und Rückenschmerzen finden.

Solche Faktoren zeigen ebenfalls eine ungleiche soziale Verteilung. Wichtig scheint ein übergreifendes soziokulturelles Risiko. Im Ausland wurden verschiedentlich Zunahmen sog. Er klang nach Änderung der gesetzlichen Bestimmungen in kurzer Zeit wieder ab.

Ähnliches wurde zu Schleudertraumen und der "Fibrositis" Bindegewebsentzündung berichtet. Sozialrechtliche und gesellschaftliche Einflüsse sind offensichtlich in der Lage, unspezifische Beschwerdekomplexe zu "organisieren" und zu ihrer Verbreitung beizutragen. Dies gilt für Kräftigungs- und Fitnessprogramme, ambulant durchgeführte Rückenschulen und ähnliche Interventionen im Bereich der Prävention sowie für Krankengymnastik und längere Bettruhe im Bereich der Therapie.

Obwohl es an Modellen und Aktivitäten zur Prävention, Behandlung und Rehabilitation von Rückenschmerzen nicht mangelt, gibt es bisher keine Anzeichen für eine Abnahme der Häufigkeit von Rückenschmerzen und ihren Folgen. Für die Zukunft viel versprechend sind eine genauere Differenzierung von Problem- und Risikolagen, eine Entmedikalisierung unkomplizierter Rückenschmerzen, die Berücksichtigung verhaltensmedizinischer Zugänge bei komplizierten chronischen Rückenschmerzen und eine intensive Qualitätssicherung medizinischer Bemühungen.

Die Betroffenen sollten, soweit möglich, ihren Alltagsverrichtungen weiter nachgehen. Die weite Propagierung von präventiv orientierten Rückenschulen kann sich bisher nicht ausreichend auf empirische Belege berufen. Dort, wo sie angeboten werden, sollte auch für eine Sicherung ihrer strukturellen Prozess und Ergebnisqualität gesorgt werden. Klinische Studien und Übersichten belegen eine meist nur geringe Wirksamkeit. Chronifizierende Rückenschmerzen sollten nach sechs Wochen, spätestens nach drei Monaten anhaltender und behindernder Beschwerden zu einer umfassenden medizinischen und psychologischen Abklärung Anlass geben.

Bei Patienten mit chronischen invalidisierenden Rückenschmerzen hat sich bei der rehabilitativen Behandlung eine verstärkte Aktivierung bewährt, die nicht so sehr auf den Schmerz, sondern auf die Funktion achtet.

Hierfür sollten interdisziplinäre Rehabilitationseinrichtungen mit schmerztherapeutisch weitergebildeten Ärzten, Sozial- und Arbeitsmedizinern, Physio- und Sporttherapeuten sowie Psychologen und Sozialpädagogen geschaffen werden. Nach Möglichkeit sollte verhindert werden, dass Patienten länger aus dem Arbeitsprozess ausscheiden. Es ist erforderlich, die primär- und fachärztliche Behandlung von Rückenschmerzen mit einem umfassenden Qualitätsmanagement zu verbinden.

Zur Verhaltens- muss eine Verhältnisprävention hinzutreten, die auf eine Vermeidung biomechanischer und psychosozialer Risiken am Ausbildungs- und Arbeitsplatz zielt. Dies gilt ganz besonders für die bei dieser Patientengruppe in letzter Zeit immer häufiger eingesetzten Morphinderivate. Sie wurde Anfang der 20er Jahre von E. Sie ist in der Schmerzbehandlung auch als Entspannungsverfahren am besten untersucht.

Der Übende lernt, nacheinander die wichtigsten Muskelgruppen seines Körpers zu entspannen. Das Grundprinzip besteht darin, dass nacheinander einzelne Muskelgruppen z. Man lernt dabei, Anspannungs- und Entspannungszustände im Körper genauer zu unterscheiden. Damit einher geht ein allgemeines Entspannungsgefühl. Die Progressive Muskelentspannung stellt eine einfache, sehr direkte körperbezogene Form dar, Entspannung zu erlernen. Sie brauchen anfangs eine halbe Stunde Zeit, um die Übung durchzuführen.

Mit zunehmender Übung lässt sich die Übung durch das Verbinden mehrerer Muskelgruppen erheblich abkürzen. Das Einüben von Schnellentspannungen ermöglicht es, in Stress-Situationen sehr schnell mit Entspannung zu reagieren. Kurse bieten manche Krankenkassen kostenlos, ansonsten die meisten Volkhochschulen und manche psychologischen Praxen.

Oft wird das verfahren in eine Verhaltenstherapie integriert. Weniger effektiv aber möglich ist das Erlernen mit einer Audiokassette wie es sie im Buchhandel von verschiedenen Autoren gibt. Bücher hierüber sind aus meiner Sicht für Laien Geldverschwendung. Das Verfahren kann helfen den Teufelskreis aus Schmerzen, Anspannung und schlechtem Befinden zu durchbrechen. Starke Schmerzen führen möglicherweise zu depressiver Stimmung mit wiederkehrenden Gedanken wie zum Beispiel: Es kann sein, dass diese Gedanken wiederum die Schmerzen verstärken andererseits aber auch zu mehr Muskelanspannung führen.

Wenn sich jemand verkrampft, kann dies wiederum die Schmerzen verstärken. NMDA receptor antagonists as analgesics. Die Stimulation der periaqäduktalen grauen Substanz und des Nukleus raphe magnus erzeugt eine Ausschüttung von Endorphinen und Enkepahlinen.

Auch in Abwesenheit von Schmerzen werden diese nozizeptiven Zentren im Gehirn durch anders Stimuli aktiviert wie Sport, oder positiven Stress und erzeugen so angenehme Gefühle. Innerhalb des Rückenmarkes werden antinozizeptive Bahnen durch vagale oder sympathische Stimulation getriggert.

Medikamente die die Wirkungen von Endorphinen und Enkephalinen imitieren sind die Hauptsäulen der Schmerztherapie. Diagnosis and Patient Management ,. Überweisungen an einen Psychiater oder Psychotherapeuten werden umso eher akzeptiert umso früher im Verlauf der Diagnostik sie erfolgen.

Den Patienten sollte bei der Überweisung nicht das Gefühl gegeben werden, dass sich ihre Erkrankung nur im Kopf abspielt. Die Überweisung sollte als eine Routine in der allgemeinen Diagnostik angesehen und dargestellt werden. Der Überweiser sollte die Weiterbetreuung zusichern bzw. Oft ist es hilfreich darzustellen, dass Krankheiten immer eine körperliche und psychische Dimension haben und dass psychiatrische Betreuung auch bei schwersten körperlichen Erkrankungen oft einen wichtigen Stellenwert hat.

Ein Schwerpunkt der Psychotherapie ist es, dem Patienten zu vermitteln, dass er selbst aktiv an seiner Schmerzbewältigung teilnehmen kann. Die Mitarbeit des Patienten ist von entscheidender Bedeutung für den Heilungsprozess. Chronische Schmerzen stellen eine Dauerbelastung dar und bleiben langfristig nicht ohne Einfluss auf Gedanken, Gefühle und Verhalten.

Das inhaltliche Denken vieler Schmerzpatienten ist oft in pessimistischer Weise auf das Schmerzerleben eingeengt. Als Folgen ergeben sich daraus unter anderem sozialer Rückzug, Inaktivität bis hin zu Depressionen und Ängsten. Häufig werden auf emotionaler Ebene Kontrollverluste erlebt.

Der Betroffene gerät in einen Teufelskreis von Schmerz, psychischer Belastung und passiver Veränderungserwartung. Das Ergebnis sind oftmals Einschränkungen im sozialen und beruflichen Funktionsbereich. To confront or not confront: Wenn man den Patienten für immer loshaben will, konfrontiert man in direkt und ohne Vorbereitung mit der Psychogenese.

Sagen sie ihm einfach körperlich sei alles in Ordnung, dass sie ihre Krankheit im Kopf selbst gemacht haben. Hilfreicher ist den Patienten langsam und schonend auf die das psychiatrische Konzil vorzubereiten.

Bei künstlichen Erkrankungen z. Münchhausensyndrom , kann die kleinste Andeutung zur Flucht wo anders hin führen. Schedule office visits frequently. Wenn sie in der Hausarztpraxis gesehen werden sollten sie auch ohne technischen Aufwand untersucht werden um die Rückversicherung, dass alles in Ordnung ist glaubhaft geben zu können. Avoid narcotic and psychotropic prescriptions unless very clearly indicated. Überlassen Sie die Verschreibung von Psychopharmaka und Analgetika dem Nervenarzt, dies ist eine gute Methode den Patienten überweisen zu können.

Take command of the patient's care. Der Überweiser Hausarzt sollte die Fäden in der Hand behalten und bei diesen Patienten unnötige Überweisungen von Facharzt zu Facharzt mit jeweils inkompatiblen Medikationen kontrollieren. Sprechen Sie frühzeitig an, dass die wahrscheinlichste Ursache für die Beschwerden keine schwere Erkrankung ist, sondern eine Störung der Wahrnehmung von Körperprozessen, wie sie oftmals unter oder nicht selten nach Stress vorkommt.

Bieten Sie gegebenenfalls weitere Erklärungsmöglichkeiten an. Vermeiden Sie unnötige Eingriffe z. Vereinbaren Sie feste Termine für Nachuntersuchungen. Versuchen Sie, den Patienten zu unterstützen, "spontane" Arztbesuche zu vermeiden. Motivieren Sie zu einer gesunden Lebensführung z.

Stres sabbau und beugen Sie inadäquatem körperlichen Schonverhalten vor. Stellen Sie Rückfragen und lassen Sie den Patienten das Gespräch zusammenfassen, um mögliche Informationsverzerrungen beim Patienten zu erkennen. Ich verstehe Ihre Reaktion, The fifteen minute hour: Siehe auch Harold E.

Diese Behandlung beginnt im wesentlichen mit der Erkenntnis und Übereinkunft mit dem Therapeuten, dass alles was der Patient bisher über seine Symptome gedacht hat und was er dagegen unternommen hat erfolglos war. Einige Zentren haben hierfür spezielle Programme mit Sitzungen, die sich als sehr erfolgreich erwiesen haben.

Üblicherweise wird in diesem Rahmen ein Stressmangement, Problemlösegruppen, ein Training sozialer Fertigkeiten angeboten. Dabei wird speziell auf spezifische Interventionen Wert gelegt, die Bedürfnisse nach dem Krankenstatus und nach Somatisierung verbalisieren. Um der bei Somatisierern besonders ausgeprägten Angst vor Stigmatisierung zu begegnen werden solche Gruppen häufig unter dem Motto "Stressmanagement für Menschen mit chronischen Erkrankungen".

Beispiele Welche psychosozialen Faktoren begünstigen eine Chronifizierung von Schmerzen? Innere Konflikte werden auf die Körperebene verschoben, wodurch die ausbrechende Krankheit zu einer scheinbaren Konfliktlösung wird.

Durch die Krankheit ist der Betroffene von konventionellen Verpflichtungen enthoben. Kombination mit Angst und Depression. Patienten mit Angst und Depression sind in ihrer Adaptionsfähigkeit schon herabgesetzt und chronifizieren leichter.

Der Prozess der Somatisierung und Mangel an Symbolisierungsfähigkeit ist Ausdruck einer gestörten disconnected Kommunikation, der eine fehlende Kohärenz im Selbsterleben zugrunde liegt. Das Fokussieren auf die Kommunikation ist ein notwendiger Schritt, um Gefühle verbalisieren und später zwischen Körpersymptom und Affekt differenzieren zu können. Über die Erkennung und Bearbeitung früherer Beziehungserfahrungen werden überholte unsichere Bindungsmuster durch sichere ersetzt.

Dies führt zu einem besseren Selbstwertgefühl und darüber zur Reduktion von Leeregefühlen. Durch eine Operationalisierung in Form eines Manuals ist heute eine erfolgreiche ambulante psychotherapeutische Behandlung durch 40 Gruppensitzungen über einen Zeitraum von sechs Monaten möglich. Eine Einzeltherapie ist vor allem bei nicht gruppenfähigen Patienten indiziert, was häufiger auf männliche Patienten mit diesem Störungsbild zutrifft, die nicht selten zusätzlich noch unter einer Persönlichkeitsstörung leiden.

Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungsprogramme sind primär nicht indiziert, da sie im Hinblick auf die zugrunde liegende Beziehungsstörung zu kurz greifen. Ausnahmen bilden der Einsatz von Entspannungsverfahren im Rahmen eines multimodalen stationären Therapieprogramms oder die vorgeschaltete Durchführung von Schmerzbewältigungsprogrammen bei einer ausgeprägten Chronifizierung mit iatrogener Schädigung rehabilitative Zielsetzung.

Somatisierer müssen lernen sich selbst wieder zu beruhigen und diese Aufgabe nicht nur den Ärzten zu übertragen. Manchmal kann sich aus der Besorgnis über solche Symptome und die daraus resultierende vermehrte Selbstbeobachtung eine behandlungsbedürftige Erkrankung entwickeln.

Solche Menschen können eine Somatoforme Störung entwickeln und damit zu Dauerpatienten werden. Die Patienten wurden psychiatrisch behandelt, ihre Hausärzte erhielten eine Brief mit der Empfehlung: Vereinbaren Sie mit den Patienten kurze Behandlungstermine und körperliche Untersuchungen alle Wochen, aber nur zu diesen festgesetzten Zeiten, nicht bei Bedarf.

Eine Verlaufskontrolle alle 4 Monate über 2 Jahre zeigte, dass die so behandelten Patienten im Vergleich zu einer Vergleichsgruppe mit ähnlichen Symptomen zu Beginn der Studie sich körperlich besser fühlten und weniger medizinische Behandlungen in Anspruch nahmen. Die Suche nach der ärztlichen Rückversicherung, ob die Beschwerden auch wirklich ungefährlich sind.

Dieser Zusammenhang muss dem Patienten erklärt werden. Er eigene Strategien zur Angstbewältigung erarbeiten, anstatt sich von Ärzten ständig beruhigen zu lassen. Dabei sollen auch die "Selbstuntersuchungen" und die ständige Rückversicherung durch Literatur von Krankheitsliteratur eingeschränkt werden. A trial of the effect of a standardized psychiatric consultation on health outcomes and costs in somatizing patients.

Arch Gen Psychiatry Mar; 52 3: In der Bundesrepublik verursachten unbehandelte oder fehlbehandelte Patienten mit Angststörungen und Depressionen, darunter viele mit somatoformen Störungen, in einem Untersuchungszeitraum von 7 Jahren dreimal so hohe Kosten im Gesundheitssystem wie Patienten, die in spezifische psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung gegangen waren. Erstere benutzten den Hausarzt 2,5 mal so häufig und intensiv wie die Personen der Vergleichsgruppe.

Ihre Arbeitsunfähigkeitszeiten waren drastisch erhöht. Die psychosomatischen und psychosozialen Zusammenhänge wurden von den Hausärzten der Patienten oft gar nicht oder zu spät erkannt und angemessen behandelt, bzw. Wittchen und von Zerrsen. Verläufe behandelter und unbehandelter Depressionen und Angststörungen.

Zwischenzeitlich dürfte sich auch die hausärztliche Diagnostik und Behandlung verbessert haben. Häufig vergessen wird, dass auch im Rahmen depressiver Erkrankungen körperliche Symptome die Regel und nicht die Ausnahme sind. Beispiele für Symptome die häufig bei Depressionen vorkommen: Depression können auslösend oder verstärkend auf Suchterkrankungen wirken. Dabei gehen Menschen die unter somatoformen Symptomen leiden zu Unrecht meist davon aus, dass Depressionen nicht behandelbar seinen.

Das Gegenteil ist der Fall, Depressionen sind meist erfolgreicher behandelbar als die meisten körperlichen Erkrankungen. Die Wechselwirkung zwischen Schmerzen und Depressionen ist seit Jahrzehnten bekannt. Schmerz verschlimmert die Depression, die Depression verschlimmert den Schmerz. Depressionen sind ein unabhängiger Risikofaktor für Rückenschmerzen.

Wenn Patienten gleichzeitig unter Schmerzen und unter Depressionen leiden, ist die Behandlung der Depression schwieriger. Die Patienten sprechen langsamer auf Antidepressiva an, und sie brauchen oft höhere Dosen. Die in der Schmerztherapie angewendete niedrige Dosis der Antidepressiva ist in der Behandlung der Depression unwirksam. Schmerz und Depression sollten beide für sich behandelt werden auch um den Teufelskreis der gegenseitigen Verstärkung zu unterbrechen.

Die Behandler sollten fachübergreifende Kenntnisse haben. Die Beschwerden wurden genauer beschrieben und sie fühlten sich subjektiv stärker leistungsbeeinträchtigt. Sie schätzten ihre eigene Gesundheit und Leistungsfähigkeit negativer ein und hatten einen ausgeprägteren Rentenwunsch. Auch vom Gutachter wurden sie als stärker beeinträchtigt eingestuft.

Die Begutachtungsleitlinien "Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit" lassen sich derzeit beim Bundesgesundheitsminister kostenlos downloaden 1. Die sozialmedizinische Beurteilung der Somatisierungsstörungen, insbesondere der somatoformen Schmerzstörung stellt angesichts der Komplexität der Problematik hohe Anforderungen an den Gutachter.

Da körperliche Störungen, die eine Leistungsminderung rechtfertigen, häufig nicht bestehen, muss sich der Gutachter an den vorhandenen psychopathologischen Auffälligkeiten bei dem Probanden orientieren.

Wichtig ist eine ausführliche Befragung des Probanden zu den Tagesaktivitäten. Erfragt werden müssen auch Symptome des sozialen Rückzugs. Bei weitgehender Einschränkung der Fähigkeit zur Teilnahme an den Aktivitäten des täglichen Lebens im Sinne einer "vita minima" beispielsweise in den Bereichen Mobilität, Selbstversorgung, Kommunikation, Antrieb, Konzentrationsfähigkeit, Interesse oder Aufmerksamkeit ist von einer Minderung des qualitativen und quantitativen Leistungsvermögens auszugehen.

Es lässt sich nicht vorhersehen, wie eine Berentung die vorhandene Symptomatik beeinflusst. Grundsätzlich ist nicht zu erwarten, dass die Berentung die vorhandene Symptomatik mindert oder zum Verschwinden bringt; es ist aber auch nicht zu befürchten, dass die Berentung die Symptomatik weiter chronifiziert und fixiert.

Besonders dann, wenn die Diagnose erst bei längerer Arbeitsunfähigkeit oder im Rentenverfahren auftaucht ist Vorsicht angebracht. Während allgemein Somatisierungsstörungen eher zu spät und zu selten diagnostiziert werden, werden sie in Rentenverfahren - wenn es nicht reicht- eher zu häufig diagnostiziert.

Oft hartnäckiger Wunsch nach immer weiteren Abklärungen. Angst vor Krankheit oder Überzeugung, krank zu sein; dies vor allem aufgrund einer Fehlinterpretation gewisser Körperempfindungen Kooperation und Leistungsbereitschaft.

Geringe Bereitschaft, selber etwas beizutragen. Gelegentlich offensichtlich mangelhafte Kooperation. Eindruck, dass der Patient sich bemüht und das ihm Mögliche versucht. Eher ja, mehr oder weniger bewusstseinsnah Nicht offensichtlich falls ja: Komorbiditäten wie Angststörung, Depression. In der Regel keine Häufig Zusätzliche somatoforme Körperstörungen z.

Eher selten Eher ja Traumatisierung in der Biographie. Eher nein Gehäuft Aus: Teil 2, Schweiz Med Forum ;6: Psychologische Aspekte von körperlichen Beschwerden und Schmerzen. Prävalenz von Schmerzen in der deutschen Bevölkerung als zip-file. Erinnerungen älterer Menschen an das Erziehungsverhalten ihrer Eltern: Zusammenhaenge mit aktuellen Körperbeschwerden und der Lebenszufriedenheit.

Berlin, Walter de Gruyter, Seite Science Helping Children Pediatric Pain: Analgesic and Anesthetic Drug Reviews A. Besonders schwierig ist die Beuteilung was in der Schmerzbehandlung wirklich effektiv ist, weil hier besonders hohe Placebo - Ansprechraten zu finden sind. Anticonvulsant drugs for management of pain: Bitte beachten Sie, diese Webseite ersetzt keine medizinische Diagnosestellung oder Behandlung.

Es ist auch nicht möglich, dass ein Arzt immer auf dem aktuellsten Stand der medizinischen Forschung in allen Bereichen seines Faches ist. Medikamentöse Behandlungen auch mit freiverkäuflichen Medikamenten bedürfen ärztlicher Aufsicht und Anleitung. Dies gilt auch für alle anderen Behandlungsverfahren. Die hier angebotenen Informationen können nicht immer für jeden verständlich sein.

Um Mitteilung wo dies nicht der Fall ist bin ich dankbar. Fragen Sie hierzu immer Ihren behandelnden Arzt. Selbstverständlich gibt es zu den meisten Themen unterschiedliche Auffassungen. Soweit möglich wird hier dargestellt woher die Informationen stammen. In den meisten Fällen mit einem entsprechenden Link da diese oft ohne Ankündigung geändert werden, sind diese leider nicht immer aktuell zu halten.. Leider ist die zitierte Literatur nicht immer kostenfrei zugänglich.

Die Beschränkung auf kostenfrei zugängliche Literatur würde manches sehr oberflächlich lassen. In der Regel versuche ich mich in der Darstellung an deutschen oder internationalen Leitlinien der Fachgesellschaften und Metaanalysen der Literatur zu orientieren. Auch dies ist nicht überall möglich. Zum einen gibt es nicht überall solche Leitlinien, zum anderen werden diese mir nicht immer sofort bekannt. Manche Leitlinien sind lange nicht aktualisiert worden und von neuerer Literatur überholt, bzw, ergänzungsbedürftig.

Wenn möglich sind im Text Links zu solchen Leitlinien eingebaut. Ziel der Darstellung ist hier definitiv nicht, mich als Experten für irgendeines der in der Homepage dargestellten Krankheitsbilder auszuweisen. Ich gehe davon aus, dass alle vergleichbaren Fachärzte für Neurologie, Psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie ihre Patienten sorgfältig und genau so gut wie ich behandeln. Sollten Sie über eine Suchmaschine direkt auf diese Seite gekommen sein, werden Sie gebeten auch die Hauptseite aufzusuchen.

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Anonyme Mitteilungen sind in der Regel nicht willkommen. Was ist gemeint Wenn Menschen viele körperliche Beschwerden haben, trotz viel Diagnostik und vieler Arztwechsel nichts gefunden wird, dann handelt es sich häufig um somatoforme Störungen. Entstehungsrelevante Faktoren bei somatoformen Störungen modifiziert nach Brähler, E.

Die Mannheimer Kohortenstudie kam bei der Untersuchung von repräsentativ ausgewählten Mannheimer und bei der Nachuntersuchung zu ähnlichen Beschwerdehäufigkeiten Mehrstündige Untersuchungen, gemeint sind somatoforme bzw. Henningsen Hrsg, gekürzt Schattauer Verlag Diese Auffassung vom Schmerz als Strafe Gottes hat nicht nur in den abendländischen christlichen Kulturen die Haltung zum Schmerz geprägt, ebenso wie die Lehre vom Kismet als gottgewolltes Schicksal bei den Muslimen oder bei den Hindus die Idee des Karmas.

Das Ertragen von Schmerzen wird als Zeichen innerer Kraft angesehen und die Erlösung letztlich nur durch die Gnade Gottes erlangt werden könne. Jahrhunderte alte Vorstellungen der Schmerzentstehung, die nur biologisch geprägt waren wirken bis heute nach. Seit Beginn des Dabei hat sich die Lehrmeinung in der Medizin seit mehrfach grundlegend verändert. Zuweilen war sie von Auffassungen geprägt, die aus heutiger Sicht kurios wirken: Als weitere Ursachen wurden Gicht, die Syphilis, Kieferhöhlenvereiterungen, Krampfadern und Erkältungen angeschuldigt.

Seit dem Ausgang des Jahrhunderts beschäftigten sich Anatomen und Physiologen mit der Entstehung und Verarbeitung der Schmerzempfindung. Modulationsmechanismen kamen in ihren Konzepten nicht vor. Nach ihrer Auffassung entsteht ohne peripheren Reiz kein Schmerz. Diese einseitigen Modelle beeinflussen noch heute den Umgang mit chronischen Schmerzpatienten, weil viele denken, wo ein Schmerz ist, müsste stets auch eine Gewebsschädigung zu finden sein. Die Patienten werden folglich immer wieder, immer genauer und immer invasiver untersucht.

Diese Zufallsbefunde sind medizinisch in der Regel irrelevant. Wenn ein asymptomatischer Patient einen Bandscheibenvorfall hat, wird man normalerweise keine spezifische Behandlung einleiten.

Wenn aber bei einem Patienten mit Rückenschmerzen eine Bandscheibendegeneration entdeckt wird, glauben regelhaft Arzt und Patient, darin die Ursache der Beschwerden dingfest gemacht zu haben: Dabei wäre doch davon auszugehen, dass - angesichts der hohen Prävalenz sowohl von Bandscheibendegenerationen als auch von Rückenschmerzen - genauso gut lediglich eine Komorbidität vorliegen könnte. Möglicherweise hat mancher Rückenschmerzpatient auch einen Bandscheibenvorfall.

Statistisch gesehen wäre damit bei jedem zweiten oder dritten zu rechnen. Aber damit ist noch keineswegs sicher, dass dieser Bandscheibenvorfall unbedingt die Ursache der Schmerzen sein müsste. Dass dennoch eine kausale Verbindung hergestellt wird, ist Folge jenes veralteten Schmerzverständnisses, das bei jedem Schmerz nach einer Gewebsschädigung sucht, während seelische Zusammenhänge nicht in Betracht gezogen werden.

Unter diesem Blickwinkel kann die hohe Rate an Failed back Syndromen nach operativer Behandlung eines Bandscheibenvorfalls nicht mehr verwundern. Man muss wohl davon ausgehen, dass in vielen Fällen etwas operiert wurde, was gar nicht die Ursache der Rückenschmerzen war. Gekürztes und teilweise modifiziertes Zitat aus S.

Zur Psychosomatik des Failed back Syndroms: Die erhöhte Schmerzempfindlichkeit vieler Menschen ist immer noch nur bedingt wissenschaftlich erklärbar. Alle 3 Mechanismen tragen zu einem Anstieg der postsynaptischen Kalziumspiegel bei.

Dieser führt zu einer permanenten Verstärkung der Verarbeitung von Schmerzreizen an dieser ersten Schaltstation im Zentralnervensystem. Antinozizeptive Bahnen werden aktiviert, wenn Schmerzsignale über den Traktus Spinothalamikus den Hirnstamm und den Thalamus erreichen A.

Schmerz ist immer subjektiv, und immer beeinflusst von Faktoren die die Schmerzschwelle beeinflussen wie Aufmerksamkeit, Stimmung, Müdigkeit, Suggestion Cloninger s. Management of Patients with Chronic Pain. New York, Spectrum, Dramatic display in describing pain: Oft vergesellschaftet damit ist: Arbeit im medizinischen Bereich mit Kenntnis der Fachausdrücke und Nachfrage nach speziellen Untersuchungen.

Patienten lassen ungern zu, dass alle Unterlagen von anderen Untersuchern angefordert werden. Hinweise auf Verleugnung und Unterdrückung von Ärgerr. Die wirksamste und einfachste Form Somatisierungsstörungen zu behandeln stammt aus der kognitiven Psychotherapie.

Mit dieser Methode konnte deutliche Erfolge dahingehend erreicht werden, dass die Intensität und Häufigkeit körperlicher Beschwerden reduziert werden konnte und dabei gleichzeitig das soziale Funktionieren der Patienten verbessert werden konnte.

Cognitive behavioural therapy for medically unexplained physical symptoms: Kroenke K, Swindle R. Cognitive-behavioral therapy for somatization and symptom syndromes: A study of the effectiveness of two group behavioral medicine interventions for patients with psychosomatic complaints. Cognitive-behavioral group therapy for irritable bowel syndrome: Br J Clin Psychol ;28 pt 4: Cognitive behavior therapy for chronic fatigue syndrome: Am J Psychiatry ; A controlled trial of cognitive-behavioural treatment of hypochondriasis.

Br J Psychiatry ; Enhancing the health of somatization disorder patients. Effectiveness of short-term group therapy. Die Identifikation und Behandlung depressiver Störungen bei Menschen mit Somatisierungsstörungen, wie auch bei anderen Menschen die "häufige Arztgänger" sind, verbessert nicht nur der Befinden, sondern senkt auch die erheblichen von dieser Patientengruppe verursachten Kosten. Beispiel einer amerikanischen Studie: Die Autoren gingen von der bekannten Beobachtung aus, dass in schriftlicher Form niedergelegte Berichte über seelisch traumatisierende Erlebnisse eine positive Wirkung auf die Symptomatik und das subjektive Wohlbefinden haben.

Die Schwere der Symptomatik wurde mittels Spirometrie bei den Asthmatikern bzw. Da man sowohl günstige Wirkungen der Beschäftigung mit emotionalen Lebensereignissen als auch ungünstige erwarten kann z. Die Zuweisung zu den Gruppen erfolgte zudem randomisiert, und die Bewertung der Symptomatik wurde durch einen unbeteiligten und gegenüber der Gruppenzuweisung blinden Arzt vorgenommen. Die Ergebnisse dieser wahrscheinlich weltweit ersten randomisierten plazebokontrollierten Psychotherapie-Doppelblindstudie sind beeindruckend: Damit ist zweifelsfrei nachgewiesen, dass das Aufschreiben traumatischer Erlebnisse bei Patienten mit Asthma oder rheumatoider Arthritis zu einer klinisch relevanten Symptomreduktion führt, die über die medizinische Standardbehandlung hinausgeht.

Hierzu zählen die subjektiven Geschichten, die wir um die objektiven Ereignisse bauen. Wie mächtig sind nun Geschichten? Ihre Macht erscheint eher relativ zu den Situationen einerseits und den in ihnen handelnden Menschen andererseits zu sein. Das Nachdenken über die vorgestellten Extrempositionen kann jedoch unsere Sensibilität für Geschichten - für deren Macht und deren Ohnmacht- verbessern.

Effects of writing about stressful experiences on Symptom reduction in patients with asthma or rheumatoid arthritis: Dabei greift der Patient nicht selten bei der Lokalisation seiner Schmerzsymptomatik unbewusst auf Schmerzmodelle in der Primärfamilie zurück. Neben einem Krankheitsmodell kann die Lokalisation jedoch auch, wenngleich sehr viel seltener, über den symbolhaften Ausdrucksgehalt der Symptomatik determiniert sein.