US dollar (USD)

 


Vor und nach den multilateralen Zusammenkünften gab es häufig bilaterale Treffen, auf denen Einzelfragen erörtert und Informationen über die Durchführung der Kartellvereinbarungen ausgetauscht wurden. Place in Mardin, Turkey. Juli eine europaweite Preiserhöhung auf 5,50 DM an.

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Juni in den Frankfurter Geschäftsräumen von Degussa zusammentrat, um den Preisrückgang zu erörtern. November in Hongkong stattfand. Februar 21 einer Zusammenkunft der Verkaufsleiter in Seoul vom 7. Januar und einer zweiten am 1. November sind nicht nur ein eindeutiger Nachweis für die Vereinbarung zwischen den Kartellmitgliedern, eine Preiserhöhung im Verlauf des Jahres durchzuführen, sie zeigen auch, dass eine vorherige "erste" Preiserhöhung bestand.

Diese Preisangaben zeigen, dass zum Zeitpunkt der Dreierzusammenkunft im Fernen Osten vom November die Preiserhöhung vom Juli die Preise, die im ersten Halbjahr gefallen waren, wiederhergestellt wurden, und zwar auf die Höhe von Anfang Deshalb sollte die gegenwärtige Preishöhe im ersten Quartal beibehalten werden.

Es sollte jedoch eine Preiserhöhung für April von rd. Zur Vorbereitung der für und nach Januar vorgesehenen Preiserhöhung sollten Zusammenkünfte mit Monsanto im November stattfinden [sic] 23 Ende Februar am Februar genannt September 30 ab der Zusammenkunft in Lissabon vom März vorgelegt. In seiner Erwiderung auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte behauptet Degussa, dass es sich nicht an Zusammenkünfte erinnern könne, die vor den beiden Treffen des Jahres stattgefunden haben sollen, da sich die gegenwärtigen Beschäftigten von Degussa nicht an Vorkehrungen vor erinnern könnten.

Angesichts der in den vorangehenden Randnummern erwähnten Nachweise kann die Kommission dieses Argument jedoch zurückweisen. Es herrschte "allgemeine Enttäuschung" bei den Herstellern, dass sich der Methionin-Preis nicht oberhalb von 6,00 DEM eingependelt hatte. Es wurde eine Bilanz erstellt, die einen Fehlbetrag von t ergab, der durch geringere Einfuhren und durch Wiedereinfuhren ausgeglichen werden könnte.

November in Tokio 37 wurde die Frage der russischen Einfuhren erneut erörtert. Es steht nicht fest, ob er sich auf die Zusammenkunft vom November oder die vom 2. Februar in Singapur bezieht. Es ist anzunehmen, dass zu jener Zeit der Preis bereits begonnen hatte, wieder zu fallen. Der Vermerk beginnt wie folgt: In dem Vermerk hierzu Folgendes:.

Die Teilnehmer erörterten die Lage bei den Rohstoffen. Vor der Erörterung der einzelnen nationalen Märkte und Regionen wurde auch das Problem der russischen Einfuhren eingehend geprüft.

Zu den Tagesordnungspunkten zählten die Durchführung einer Preiserhöhung diese wurde verzögert, weil Methionin weiterhin zu den alten Preisen angeboten wurde, konnte sich jedoch im Verlauf des Monats Mai durchsetzen ; die Tätigkeiten der "Störer" Kunden, die zu niedrigen Preisen weiterverkaufen in den Niederlanden und anderen Ländern und die Preisvorschläge von Nippon Soda an BP im Vereinigten Königreich Der Markt wurde als sehr träge eingestuft. September Notizen von [ Dabei wurden auch die Rentabilität von Novus, seine Stellung im Markt und seine Ziele eingehend geprüft.

Die Teilnehmer stellten sich die Frage, was Novus durch eine Preiserhöhung erreichen könnte, und erörterten kryptisch ob sie "eine weitere Lektion benötigen"? In seiner Erwiderung auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte erklärt Degussa, dass diese Aussage dahin gehend zu verstehen sei, [ Dezember das handgeschriebene Datum 2.

Die Teilnehmer waren besorgt wegen der hohen Marktanteile, die Novus mit seinem Flüssiganalogmethionin erzielte. Es ist offensichtlich, dass der Druck auf die Preise, der auf der Zusammenkunft von Nizza festgestellt wurde, die Teilnehmer gezwungen hat, niedrigere Zielpreise festzusetzen.

Diese Preise wurden danach jedoch weiter auf DM 5,40 bzw. DM 5,20 gesenkt Die Preise in den nationalen europäischen Märkten wurden mit Bezug auf einzelne Kunden, neue Preise und die Grenzpreise überprüft.

Juni fand eine weitere vierteljährliche Zusammenkunft in Königstein im Taunus statt 53 die Notizen von [ Für Dänemark lautet die Notiz: Juli eine europaweite Preiserhöhung auf 5,50 DM an. Die Preislage wird darin für jedes Land zusammengefasst nebst Bemerkungen zu einzelnen Kunden. Die Preise in Frankreich wurden als zufrieden stellend, die Verkaufsmengen jedoch als eine "Katastrophe" eingestuft.

Daneben steht der knappe Vermerk "Preisliste aktualisieren". November kurz vor der Hauptversammlung getroffen oder angesprochen und die Preise für Deutschland, Belgien, die Niederlande und das Vereinigte Königreich erörtert November stattfand, wurde nach der üblichen Erörterung der Lage in Russland, China und bei Novus darüber nachgedacht, warum bisher die Marktentwicklung nicht unter strategischen Gesichtspunkten untersucht worden war.

Verlorene Verkaufsmengen im Jahr stets ausgleichen, Lage gut, da niedrige Lagerbestände bei Novus. Januar angekündigt werden sollte. September , dass der Vorschlag von [ Degussa bekräftigt seine Haltung in der Erwiderung auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte.

Es hat diese Aussage später jedoch auf Seite 5 seiner Zusatzerklärung widerrufen. Die Kalkulationstabellen wurden von [ Deshalb wurden nach der Zusammenkunft von Barcelona keine Aufzeichnungen mehr vorgefunden. Nippon Soda behauptet auf S. Februar 61 , dass die Zusammenkünfte "zunehmend zeremoniell" geworden seien und dass die Preisvereinbarungen eher über den gegenseitigen Informationsaustausch als durch die Festsetzung von Festpreisen erfolgte; es gibt jedoch keine Unterlagen, die diese Behauptung bestätigen.

Selbst wenn es sich nunmehr um "Freundschaftstreffen" handelte, gehörte die Festsetzung von Zielpreisen wie zuvor zu deren Ablauf. Oktober in Kopenhagen.

Nippon Soda hat eine weitere Zusammenkunft vom Mai in Düsseldorf erwähnt S. Es wurden Preiserhöhungen vereinbart. Nippon Soda nahm an dieser Zusammenkunft nicht teil. Februar nahmen wiederum nur Degussa [ Laut Nippon Soda erörterte jedoch ihrerseits [ Januar in Kraft. Die tatsächliche Vereinbarung kann ausdrücklich oder durch das Verhalten der Parteien impliziert sein. Dieses Selbständigkeitspostulat nimmt den Unternehmen nicht das Recht, sich mit wachem Sinn an das festgestellte oder erwartete Verhalten ihrer Wettbewerber anzupassen; es verbietet jedoch streng jede unmittelbare oder mittelbare Fühlungnahme zwischen Unternehmen, die bezweckt oder bewirkt, das Marktverhalten eines gegenwärtigen oder potenziellen Wettbewerbers zu beeinflussen oder einen solchen Wettbewerber über das Marktverhalten ins Bild zu setzen, das man selbst an den Tag zu legen entschlossen ist oder in Erwägung zieht Die Konzepte "Vereinbarung" und "aufeinander abgestimmte Verhaltensweise" sind nicht fest umrissen und gehen ineinander über.

Eine solche Unterscheidung ist realistischerweise auch gar nicht möglich, da eine Zuwiderhandlung gleichzeitig Merkmale beider Formen des verbotenen Verhaltens aufweisen kann, auch wenn einige Akte der Zuwiderhandlung für sich betrachtet eher der einen als der anderen Erscheinungsform zuzuordnen sind.

Es erscheint daher künstlich, eine eindeutig kontinuierliche gemeinsame Unternehmung mit ein und demselben Gesamtziel analytisch in mehrere selbständige Zuwiderhandlungen zu zerlegen. Ein Kartell kann daher gleichzeitig eine Vereinbarung und eine aufeinander abgestimmte Verhaltensweise darstellen. Artikel 81 gibt für diesen Typ einer komplexen Zuwiderhandlung keine spezifische Kategorie vor Im Falle eines komplexen Kartells von langer Dauer bezeichnet der Begriff der "Vereinbarung" daher zu Recht nicht nur ein Gesamtkonzept oder die ausdrücklich vereinbarten Konditionen, sondern auch die Umsetzung des Vereinbarten mittels der gleichen Methoden und in Verfolgung des gleichen, gemeinsamen Zwecks.

Einige können eine beherrschende Rolle als Anführer ausüben. Es kann interne Konflikte und Rivalitäten geben, und es kann vorkommen, dass sich nicht jeder an die Spielregeln hält.

All dies bedeutet jedoch nicht, dass die betreffenden Absprachen keine Vereinbarung bzw. Ein komplexes Kartell kann somit innerhalb des Zeitraums, in dem es bestand, als einzige fortdauernde Zuwiderhandlung angesehen werden, Dabei mag die Vereinbarung von Zeit zu Zeit durchaus verändert oder in ihren Mechanismen angepasst bzw. Diese einheitliche Zuwiderhandlung hat sich nach und nach sowohl durch rechtswidrige Vereinbarungen als auch durch rechtswidrige abgestimmte Verhaltensweisen entwickelt.

Ein Unternehmen, das durch Handlungen an der gemeinsamen rechtswidrigen Unternehmung mitwirkt, die zur Verwirklichung des gemeinsamen Ziels beitragen, ist während der gesamten Zeit seiner Mitwirkung am gemeinsamen Plan ebenfalls für die Handlungen der anderen Beteiligten verantwortlich, die der gleichen Zuwiderhandlung zuzuordnen sind. Das ist mit Sicherheit dann der Fall, wenn nachgewiesen ist, dass sich das fragliche Unternehmen des rechtswidrigen Verhaltens der anderen Beteiligten bewusst war, dieses Verhalten hätte vorhersehen oder sich dessen bewusst sein können und dennoch bereit war, das Risiko einzugehen Die beteiligten Unternehmen haben ihren gemeinsamen Willen zum Ausdruck gebracht, sich auf dem Markt in bestimmter Weise zu verhalten und folgten einem gemeinsamen Plan, der ihr individuelles geschäftliches Verhalten einschränkte.

Die Vereinbarung, diesen Plan zur Beschränkung des Wettbewerbs umzusetzen, lässt sich daher bis mindestens Februar zurückverfolgen. Als einziges wettbewerbswidriges wirtschaftliches Ziel strebten die Kartellmitglieder die Ausschaltung des Preiswettbewerbs durch abgestimmte Zielpreise und Preiserhöhungen an. Die Teilnehmer an diesem rechtswidrigen Verhalten wussten oder hätten wissen müssen, dass dieses Verhalten Teil eines Gesamtplans war, mit dem das gemeinsame rechtswidrige Ziel verfolgt wurde Diese Vereinbarungen werden in der Sachverhaltsdarstellung im Eingang zu dieser Entscheidung ausführlich beschrieben.

Diese Beschreibung stützt sich auf allgemein verfügbare, eindeutige Beweise, auf die systematisch in diesem Text Bezug genommen wird. Zusammenkünfte zwischen Geschäftsführern im Jahr möglicherweise eingestellt worden seien, dennoch eine fortdauernde Zuwiderhandlung seit bestuende, weil die häufigeren Zusammenkünfte auf Verkaufsleiterebene nicht eingestellt, sondern fortgeführt worden seien.

Degussa macht geltend, es sei unmöglich, dass nach Einstellung der Zusammenkünfte zwischen den Geschäftsführern auf Ebene der Verkaufsleiter Entscheidungen getroffen oder Vereinbarungen geschlossen worden seien.

Auch habe die Kommission weder einen direkten Zusammenhang zwischen den beiden Kategorien von Zusammenkünften nachgewiesen, noch die Personen identifiziert, die an den angeblichen Treffen auf Verkaufsleiterebene teilgenommen haben. Aus den Rdnrn 95 bis ergibt sich, dass die Teilnehmer , und weiterhin zu Treffen kamen, ohne sich öffentlich davon zu distanzieren.

Geht man von der offensichtlich wettbewerbswidrigen Natur der früheren Treffen aus, beweist das Fehlen einer klaren Aussage darüber, dass die Teilnahme an den Treffen ohne wettbewerbswidrige Absicht erfolgte, dass die illegalen Absprachen tatsächlich fortgesetzt wurden.

Da der Preis das wichtigste Wettbewerbsinstrument darstellt, bezweckten die verschiedenen geheimen Abmachungen und Vorgehensweisen der Hersteller alle letzten Endes eine Erhöhung des Verkaufspreises über das Niveau, das durch freien Wettbewerb zustande gekommen wäre, um daraus wirtschaftliche Vorteile zu ziehen. Die Zielpreise und Preiserhöhungen, die der wesentliche Zweck des Kartells waren, wurden von den Kartellmitgliedern vereinbart, den Kunden bekannt gegeben und im ganzen EWR umgesetzt.

Auf die wettbewerbsbeschränkende Wirkung der fraglichen Absprachen wird unter den Rdnrn bis ausführlicher eingegangen. Für die Anwendung dieser Bestimmungen ist auch nicht der Nachweis erforderlich, dass sich das individuelle Verhalten der einzelnen Mitglieder - im Gegensatz zu dem des Kartells als Ganzes - auf den Handel zwischen den Mitgliedstaaten ausgewirkt hat Etwaige Einschränkungen des Wettbewerbs vor dem 1.

Januar bis zum Die Kommission ist für die Anwendung beider Vorschriften zuständig. Er kann sich aber auf jede kommerziell tätige Wirtschaftseinheit beziehen.

In dem zitierten Fall wurde diese Vermutung durch ein weiteres Indiz, nämlich das Verhalten der Muttergesellschaft, bestätigt. Er kann sich auf jede Einheit beziehen, die wirtschaftlich tätig ist. Das Gericht erster Instanz hat festgestellt, dass sich Artikel 81 EG-Vertrag an wirtschaftliche Einheiten richtet, "die jeweils in einer einheitlichen Organisation persönlicher, materieller und immaterieller Mittel bestehen, mit der dauerhaft ein bestimmter wirtschaftlicher Zweck verfolgt wird und die an einer Zuwiderhandlung im Sinne dieser Vorschrift beteiligt sein kann" Wenn die geschäftliche Verantwortung für einen bestimmten Geschäftsbereich innerhalb einer Unternehmensgruppe einer bestimmten Untergruppe eindeutig zugewiesen sei und von dieser wahrgenommen werde, könne es kein Ermessen geben, ob die Entscheidung der Kommission an die Muttergesellschaft oder an die innerhalb einer Gruppe verantwortlichen Tochterunternehmen zu richten sei.

Aventis SA behauptet daher, es habe sich während des gesamten Verfahrens nicht wie ein richtiger Adressat verhalten. Seine direkte Teilnahme am Kartell ist durch Tatsachen belegt und ist nicht bestritten worden.

Das Unternehmen hat zu keiner Zeit abgestritten, von den Kartellabsprachen, an denen RPAN direkt beteiligt war, gewusst zu haben, noch beanstandete es vor Eingang der Mitteilung der Beschwerdepunkte die Zurechnung der Zuwiderhandlung. Adressat der Entscheidung ist deshalb die Degussa AG.

Welchen Einfluss die beteiligten Unternehmen aufgrund ihres wirtschaftlichen Gewichts im relevanten Markt tatsächlich ausüben, wird unter den Rdnrn ff. Die Unternehmensgruppe insgesamt ist daher für die Zuwiderhandlung verantwortlich und somit Adressat dieser Entscheidung.

Aufgrund der ausführlichen Erklärung und der Unterlagen, die Nippon Soda aus der Zeit des Kartells in den 80er Jahren beigebracht hat, kann die Kommission die Geburt des Kartells auf Februar festlegen siehe Rdnrn 82 bis Degussa hat sich nach eigenen Angaben nicht vor Mitte am Kartell beteiligt. Das Unternehmen räumt lediglich ein, an zwei früheren Zusammenkünften teilgenommen zu haben, die jedoch mit den "Gipfeltreffen" nicht in Zusammenhang gestanden hätten siehe Rdnrn f.

Die Kommission kann dieser Darstellung nicht folgen. Aus der Sachverhaltsdarstellung in dieser Entscheidung geht eindeutig hervor, dass Degussa sehr wohl seit Anfang an der Zuwiderhandlung beteiligt war siehe u. Rdnrn und Hierbei handelt es sich nicht um die Bildung eines neuen Kartells, sondern um die organische Fortentwicklung eines komplexen Kartellgefüges.

Februar in Nancy. In ihrer Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte führt Degussa an, die Kommission habe nicht angegeben, bis wann genau Degussa an dem Kartell beteiligt gewesen sei. Ihrer Ansicht nach gehe die Kommission davon aus, dass Degussa dem Kartell bis Mitte angehört habe. Wie die Kommission unter den Rdnrn 61 und 99 ihrer Mitteilung der Beschwerdepunkte deutsche Fassung klar zum Ausdruck gebracht hat, war Degussa ihrer Ansicht nach bis Februar an der Zuwiderhandlung beteiligt.

Degussa kann daher nicht behaupten, in ihren Verteidigungsrechten verletzt zu sein, wenn die Kommission davon ausgeht, dass Degussa über Mitte hinaus am Kartell beteiligt war. Nippon Soda wies darauf hin, dass es seine Teilnahme im Februar eingestellt habe. Degussa hat sich nach eigenen Angaben bereits aus dem Kartell zurückgezogen. Die Kommission prüft, welche Rolle jedes einzelne Unternehmen bei der Zuwiderhandlung gespielt hat. Die führenden Methionin-Hersteller taten sich in voller Kenntnis des einschränkenden und überdies illegalen Charakters ihrer Handlungen zusammen, um ein geheimes und institutionalisiertes System zu errichten, mit dem der Wettbewerb in einem wichtigen Wirtschaftszweig beschränkt werden sollte.

Die Vereinbarungen wurden auf den Führungsebenen der beteiligten Unternehmen ausgearbeitet, angeordnet und gefördert Nippon Soda gibt in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass das Kartell nicht nur keinerlei Möglichkeit insbesondere keinerlei nachgewiesene Möglichkeit gehabt habe, tatsächlich in nennenswertem Umfang Einfluss auf den europäischen Markt auszuüben, sondernd dass es auch an sich völlig ineffizient gewesen sei.

Wie aus den Unterlagen der Kommission ersichtlich, hätten die Teilnehmer an den Kartellzusammenkünften wenig oder gar keine Möglichkeit gehabt, den Markt in einer Weise zu kontrollieren, die man von einem funktionierenden Kartell hätte erwarten können. Entscheidend ist, dass das Wettbewerbsgefüge, das den Methionin-Markt normalerweise bestimmt hätte, durch geheime Absprachen über einen wesentlichen Wettbewerbsfaktor, nämlich den Preis des Produkts, ersetzt worden ist. Zudem waren die Vereinbarungen eigens darauf gerichtet, die Preise über das Niveau anzuheben, auf dem sie sich normalerweise eingependelt hätten, und die Absatzmengen zu beschränken.

Da diese Vereinbarungen umgesetzt worden sind, haben sie sich auch konkret auf den Markt ausgewirkt. Solange das Kartell bestand, tauschten die Mitglieder ihre Absatzzahlen aus, auf deren Grundlage sie - wie Degussa in ihrer Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte bestätigte - neue Zielpreise vereinbarten siehe Rdnrn 88, , , , und Der Austausch der Absatzzahlen und Marktanteile war für den Druck auf die Preise unerlässlich und stellte somit ein wesentliches Element des Kartells dar.

In der Praxis wurden die neuen Zielpreise den Kunden gewöhnlich über die Fachpresse bekannt gegeben siehe Rdnrn 88, , und Auf diesen Zusammenkünften tauschten die Unternehmen ihre Absatzzahlen aus, diskutierten die Marktpreise um so festzustellen, ob die vereinbarten Zielpreise eingehalten wurden und vereinbarten gegebenenfalls eine Anpassung der Zielpreise siehe Rdnrn 88, , , , und Danach richteten sich ihre Anstrengungen in erster Linie darauf, die geltenden Preise zu halten siehe hierzu u.

Rdnrn , und Mai , aus dem die steigende Tendenz der Preise auf dem Methionin-Markt hervorgeht. Vor der Zusammenkunft vom 7. Nippon Soda nennt höhere Dollarpreise: Die ununterbrochene Anwendung der Vereinbarungen über mehr als zehn Jahre konnte nicht ohne Auswirkungen auf den Markt geblieben sein.

Dies war auch der Fall, wie aus den Rdnrn und ersichtlich. Aus den Unterlagen der Kommission gehe hervor, dass es den Kartellmitgliedern nur begrenzt möglich gewesen sei, den Markt zu beeinflussen.

Die Hersteller hätten entweder keine echte Möglichkeit gehabt oder seien nicht wirklich bereit gewesen, einen Marktpreis konkret festzusetzen, unabhängig davon, was bei ihren Treffen diskutiert worden sei. Angaben Degussas zufolge gab es zu keiner Zeit eine Vereinbarung darüber, wie die Preiserhöhungen und die Aufteilung der Marktanteilsquoten, Absatzmengen oder Kunden umgesetzt werden sollten. Auch habe es kein Kontrollsystem in Verbindung mit einer Ausgleichsregelung gegeben, um die Umsetzung von Vereinbarungen zu überwachen.

Aus diesem Grund seien die Teilnehmer auch nie in der Lage gewesen, Preiserhöhungen oder ein Mengenzuteilungssystem durchzusetzen. Da die Vereinbarungen von den beteiligten Unternehmen ohne Unterbrechung angewandt wurden, so dass die durch freien Wettbewerb bedingte unsichere Marktlage durch Absprachen berechenbar wurde, lagen die Preise zwangsläufig auf einem anderen Niveau als in einem Markt, in dem freier Wettbewerb herrscht.

Zudem ist es auch angesichts der damit verbundenen Risiken nicht vorstellbar, dass die beteiligten Unternehmen wiederholt zu Treffen in der ganzen Welt zusammengekommen sind, um Zielpreise festzusetzen, wenn sie der Meinung gewesen wären, dass das Kartell keinen oder nur geringen Einfluss auf den Methionin-Markt hatte. Dem kann nicht gefolgt werden. Bei der Beurteilung der Schwere der Zuwiderhandlung geht die Kommission daher davon aus, dass das gesamte Gebiet der Gemeinschaft und des EWR seit seiner Gründung durch das Kartell beeinträchtigt wurde.

Der Weltmarktanteil jedes Kartellteilnehmers gibt darüber hinaus Aufschluss über seinen Beitrag zur Leistungsfähigkeit des Kartells insgesamt bzw. Der Vergleich erfolgt auf der Grundlage der Weltmarktanteile im letzten vollständigen Kalenderjahr der Zuwiderhandlung Sein geschätzter Marktanteil belief sich auf [ Als Argument führt das Unternehmen an, dass sich die Zusammenkünfte im Laufe der Jahre in ihrem Wesen und ihrer Zusammensetzung verändert hätten und nach und nach eingestellt worden seien.

Die Kommission verfüge für bestimmte Zeiträume über wenig oder gar keine Beweise und habe überdies Beweismittel akzeptiert, wonach bestimmte Aktivitäten schon zu Beginn dieser dreizehn Jahre eingestellt worden sind. Die Dauer der Zuwiderhandlung werde überdies deshalb getrennt beurteilt, um Wettbewerbsbeschränkungen, "die sich auf die Verbraucher dauerhaft schädlich ausgewirkt haben," wirksam ahnden zu können.

Wie bereits in Bezug auf die "Schwere" der Zuwiderhandlung behauptet Nippon Soda auch hier, dass die tatsächlichen Auswirkungen auf die Verbraucher nicht nachgewiesen worden seien. Wie bereits erwähnt, weist das Unternehmen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Umstand, dass es nicht über detailliertere Angaben zu den Kontakten in den 80er Jahren verfügte, nicht als Versuch, diese Kontakte zu verschleiern, gewertet werden dürfe, sondern dass vielmehr - was zu erwarten sei - das Erinnerungsvermögen und die Aufzeichnungen in Bezug auf die 90er Jahre vollständiger seien.

Beginn und Dauer der Kartellvereinbarungen wurden unter den Rdnrn 82 bis 86 und bis behandelt. Degussa bestreitet die Dauer der Zuwiderhandlung nachdrücklich und räumt eine Beteiligung nur für die Jahre bis ein. Es ist daher zu Recht davon auszugehen, dass die Zuwiderhandlung zwischen Februar und Februar andauerte. Alle Kartellmitglieder haben nachweislich an den meisten Kartelltreffen teilgenommen und diese Treffen im Turnus organisiert. Sie haben sich alle aktiv und unmittelbar an der Zuwiderhandlung beteiligt, ihre Absatzzahlen ausgetauscht und Zielpreise überprüft und diskutiert.

Nippon Soda habe eine sehr aktive Rolle im Kartell gespielt und Degussa habe sich oft als Anführer des Kartells verhalten Während in der Mitteilung der Beschwerdepunkte festgehalten ist, dass Degussa die Zusammenkunft im Jahr in Frankfurt geleitet habe, erklärt Degussa, dass sich seine Rolle auf die Bereitstellung der Räumlichkeiten und die Vorstellung der Teilnehmer beschränkt habe.

Die Kommission solle zu guter Letzt auch berücksichtigen, dass Degussas Aktivitäten zwischen und auch deshalb auffielen, weil sich die meisten Informationen über diesen Zeitraum auf Vermerke von [ Would you like to tell us about a lower price? If you are a seller for this product, would you like to suggest updates through seller support? Nachdem Currency-Board-Systeme lange Zeit von der wirtschaftspolitischen Agenda verschwanden, hat ihre Bedeutung in den er Jahren sowohl in der okonomischen Theorie als auch in der Wirtschaftspolitik wieder zugenommen.

Das Currency-Board stammt ursprunglich aus der Kolonialzeit und wurde erstmals in der damaligen britischen Kolonie Mauritius eingefuhrt.

Empirische Studien zeigen, dass Currency-Boards in inflationaren Okonomien, die durch eine instabile Wahrung und eine vertrauensunwurdige Geldpolitik gepragt sind, umgehend monetare Stabilisierung hervorrufen konnen.

Diese Eigenschaft macht sie gegenuber anderen Festkurssystemen uberlegen. Da hohe Inflationsraten mit Wachstumsverlusten und realwirtschaftlichen Kosten verbunden sind, zielen Volkswirtschaften darauf ab, ihre Makrookonomie zu stabilisieren. In diesem Zusammenhang erhalt die Wechselkurs- politik einen groen Stellenwert, da sie zentrales Element der Stabilitatspolitik ist und ohne monetare Stabilitat kein dauerhaftes Wachstum moglich ist. So fuhrte die Rezession in Argentinien Ende der er Jahre, die durch eine Hyperinflation und negative Wachstumsraten gekennzeichnet war, dazu, dass die Regierung im Jahre den Plan-Cavallo mit dem "Currency-Board" als Kernbestandteil einfuhrte.

Durch die Bindung der Landeswahrung an den stabilen US-Dollar sollte zum einen das Preisniveau stabilisiert und zum anderen das Vertrauen in die nationale Wahrung hergestellt werden. Die Inflationsbekampfung geschah jedoch zu hohen Kosten. Read more Read less. See all free Kindle reading apps. I'd like to read this book on Kindle Don't have a Kindle?